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"Westfalenwalze" - so darf nur ein Album getauft sein, das alles kompromisslos niederdrückt, was sich ihm in den Weg stellt. Glücklicherweise trifft das auf den Mojo Jazz Mob genauestens zu, denn der Fünfer haut uns auf seinem Zweit-Werk (das Debüt "Pacific Daybreak - Broken Nights" erschien vor zwei Jahren) eine hübsche Anzahl fetter Gitarrenwände um die Ohren. Hinter dem coolen Albumtitel verbirgt sich also astreiner Heavy Rock aus dem Münsterland. Somit wäre also auch der Lokalpatriotismus erklärt, der in einem solchen Namen mitschwingt. Mit Jazz oder Samba (siehe Titel Nummer 4) dagegen hat diese Formation überhaupt nichts am Hut. Ist aber auch besser so… Stattdessen gibt es eine raue Mischung aus klassischem Heavy Metal und bretthartem Stoner Rock auf die Löffel, die sich gewaschen hat und einem ganz wunderbar das letzte bisschen Ohrenschmalz aus den Lauschern haut. Geradezu mächtig und wuchtig werfen sich dem Hörer Gitarrenwände und Drum-Salven entgegen. Der Mob macht schon beim Opener "Rapid Cycler" keine Gefangenen und bleibt bei den folgenden Tracks seiner kompromisslosen Linie treu. Selbst der Rausschmeißer "27,5°C (Jaqueline's Song)" - man könnte aufgrund des Titels etwas Balladeskes vermuten - verpasst einem einen ordentlichen Satz heiße Ohren. Trotz aller Härte ist das Liedgut aber keineswegs unzugänglich, sondern wartet mit einem ganzen Sack voll griffiger Hooklines auf, die bestens in die Gehörgänge flutschen. Gerade der mächtige Chorus von "Horned Winged Creatures From Hell" macht ordentlich was her und dröhnt einem mit voller Pracht entgegen. Wer also eine kurzweilige EP mit tonnenschweren Songs sucht, der ist beim Mojo Jazz Mob genau an der richtigen Adresse, denn die "Westfalenwalze" bahnt sich gnadenlos ihren Weg durch Sperrgebiet à la Corrosion Of Conformity , Down , Queens Of The Stone Age oder Black Label Society . Diese Bengels sind wahre Meister darin, einen so richtig schön mit Riffs zu ohrfeigen! Antesten, bitte sehr!

| rocktimes.de | 28/07/2009 | by Moritz Alves


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