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Westfalenwalze , was für ein Name für eine Platte! Auch wenn man es anfangs nicht glauben mag, verspricht die neue EP von Mojo Jazz Mob hier nicht zuviel. Überfallartig und wie eine Planierraupe walzt die Band hier mit ihrem zweiten Output über den Hörer hinweg. Das Debütalbum des Quintetts erschien über Swamp Room Records, und auch das passt wie der berühmte Arsch auf den Eimer. Mojo Jazz Mob spielen saftigen Stoner Rock mit starkem Hang Richtung Metal, sowie hin und wieder einem dezenten Farbtupfer Psychedelic.

Letzteres allerdings nicht zu sehr. Denn im Vordergrund stehen massive Riffs, die über dem zementierten Rhythmusfundament thronen. Die einzelnen Songs dringen dabei meist im Midtempo durch die Lautsprecher. Bei „Chemical pilot“ und dem mit einem griffigen Mitsingrefrain versehenen „27,5° C (Jaqueline's Song)“ wird die Groovesau allerdings auch mal etwas flotter durchs Dorf getrieben. Obwohl Dorf - Mojo Jazz Mob geben sich eher urban anstatt rustikal und auf dem Cover prangen abgewrackte und rostige Bergbauanlagen, was gut zum kratzigen Charme der Musik passt.

Denn geschönt und nach Mainstream tönt hier glücklicherweise nicht viel, auch wenn Sänger Adrian Busen hin und wieder ein paar melodischere Gesangslinien wie bei „Samba“ einstreut. Nach Samba klingt dieser Titel allerdings trotzdem nicht, trotz des ausgeprägten Perkussionsparts in der Mitte. Dieser gibt dem Song einen eher hypnotisierendes, anstatt eines tänzelnden Feelings. Für ein noch wuchtigeres Klangbild sorgt bei „Horned winged creatures from hell“ (inklusive Mitbrüllpassagen) eine deftige Schweineorgel.

Insgesamt haben Mojo Jazz Mob mit dieser EP ein cooles Stück Rockmusik vorgelegt, das Lust auf mehr macht!

Punkte: 16 von 20

| musikansich.de | 07/2009 | by Mario Karl

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